3 Comments

  1. Die PEGIDA sind keine Rassisten – es ist viel komplizierter | wirsindmosaikde | theolounge.de
    22. Dezember 2014 @ 21:54

    […] viaDie PEGIDA sind keine Rassisten – es ist viel komplizierter | wirsindmosaikde. […]

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  2. Uwe Kaul
    23. Dezember 2014 @ 10:17

    Ich habe hier eine Verständnisfrage: Ich habe nun zum ersten Mal den Begriff Kulturalismus gehört bzw. gelesen. Deshalb habe ich zuerst in meinen Wörterbüchern nachgeschaut, habe den Begriff aber nicht gefunden. Aus diesem Grund habe ich dann Wikipedia befragt und bin fündig geworden. In dem entsprechenden Artikel ist zu lesen, dass Kulturalismus eine neue Form von Rassismus sei (Neo-Rassismus). Darin wird behauptet, dass z.B. die Behauptung, dass ein Mensch seine Kultur nicht ändern könne Neo-Rassistisch sei. Auch die Behauptung, dass dies z.B. erst in der nächsten Generation bzw. Generationen geschehen könnte. Da es sich hier um einen ziemlich neuen Begriff zu handeln scheint, ist zu hinterfragen, ob der Artikel noch zu unreflektiert ist. Rassismus meint, dass man einen Menschen festlegt, aufgrund seiner von den Vorfahren geerbten Eigenschaften (z.B. Hautfarbe und damit verbundener Eigenschaften). Kultur ist aber eine Lebensform, die sich verschiedene Volksgruppen angeeignet haben und die wichtige (Über-)lebensstrategien für sie darstellen. Ethnologen, wie z.B. auch Lothar Käser behaupten, dass sich der Mensch seine Kultur hauptsächlich in den ersten 7 Lebensjahren aneignet und verinnerlicht. Danach verändert er seine kulturelle Mentalität nicht grundlegend. Er kann sich dann zwar neue Kulturen aneignen bzw. diese erlernen, wird aber unterschwellig immer von seiner ursprünglichen gesteuert. Das heißt, wenn ein Mensch in unser Land kommt, ist er demnach in der Lage unsere kulturellen Gepflogenheiten zu erlernen. Das würde aber unter subkulturellen Umständen erheblich erschwert. Zum Beispiel, wenn ganze Viertel entstehen, wo Menschen seiner Kultur zusammen leben und nur wenig Kontakt zur im Lande vorherrschenden Kultur haben. Ebenso, wenn jener Mensch ermutigt wird, die Kultur des Landes abzulehnen. Ist es daher korrekt, wenn man das Problem der Anpassung als Kulturalismus bezeichnet und wenn ja, ist es korrekt diesen als Neo-Rassismus zu bezeichnen ?

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    • wirsindmosaikde
      23. Dezember 2014 @ 11:40

      Mein Studium ist schon eine Weile her und Soziologie hatte ich nur im Nebenfach, daher sind alle Aussagen immer unter Vorbehalt – wie alles auf diesem Blog. Die Informationen zum Kulturalismus habe ich von einer Studentin, die zu dem Thema gerade ein Seminar an der Düsseldorfer FH absolviert. Die Unterlagen liegen mir vor. Dort wird sich vor allem auf Stuart Hall bezogen, einem Vorreiter des Postkolonialismus.

      Das Problem der „Anpassung“ wurde in dem Seminar auch behandelt. Für mich sieht es so aus, dass man immer unterscheiden muss, was jeweils unter „Kultur“ verstanden wird. Wenn man die Ideen des Kulturalismus mit einbezieht, würde „Anpassung“ im Sinne des Multi-Kulti verstanden werden. Menschen aus anderen Kulturen kommen in diesem Verständnis in eine andere Kultur und es entstehen Parallelgesellschaften in einem Land. Das Problem ist auch hier wieder der Kulturbegriff, denn kulturalistisch gedacht wäre Multi-Kulti Gesellschaft als Summe getrennter, nebeneinander (friedlich) lebender Kulturen. Und das gibt es in der Realität nicht – so diverse Wissenschaftler. Kultur ist hier eher starr und kaum änderbar, wie du oben zurecht anführst.

      Stattdessen wird der Begriff „Transkulturalität“ ins Spiel gebracht: Transkulturelle Gesellschaft „ist eine offene, auf ständigen kommunikativen Austausch und Teilhabe aller angelegte Gesellschaft, in der das anerkannte Ziel ist, dass alle Zugang zu Arbeit, Recht, Gesundheit, Bildung haben. Dieser Kulturbegriff geht davon aus, dass das Fremde in jeder Kultur und in jedem von uns ist. Jede Kultur hat transkulturelle Elemente, kann somit aber auch Aneignungs- und Transformationsprozesse durchlaufen. Dieser Kulturbegriff ist sehr viel stärker im Fluss.

      Hier ein paar Links: http://www.transkulturelles-portal.com/index.php?view=article&catid=36%3A121&id=49%3Akulturalismus-des-20-jh&format=pdf&option=com_content&Itemid=56

      http://www.perlentaucher.de/essay/kultur-als-politische-ideologie.html

      Ob Kulturalismus und Neo-Rassismus dasselbe sind, wage ich zu bezweifeln. Vielleicht soll der Begriff Neo-Rassismus einfach ausdrücken, dass der klassische Rassismus abgelöst wurde, aber da bin ich zuwenig im Thema.

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