7 Comments

  1. Uli Marienfeld
    6. April 2014 @ 12:34

    Was treibt Dich?

    Das Muster ist so alt wie es schlecht ist:
    Konstruiere ein Zerrbild / ein Feindbild und zeige Dich als Befreier?
    Worauf zielen die Zeilen?

    Es macht mich traurig, wie viel negative Erfahrungen mit Menschen, die die Bibel missbraucht haben, Du gemacht hast.
    Es macht mich wütend, mit welcher Selbstgefälligkeit hier geschrieben wird.
    Es macht mich ratlos ….

    Aber ich möchte nicht sprachlos bleiben.

    Ihr seid so gut gelaufen!
    Was hat Euch auf diesen Weg gebracht?

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  2. Max
    6. April 2014 @ 22:24

    Mir spricht Jason aus dem Herzen, Uli, und ich vermute, dass er auch aus seinem eigenen Herzen gesprochen hat. Das kommt bei dir als Selbstgefälligkeit an? Schade. Nun, ich nehme an, dass auch die meisten meiner Texte von jenen, deren Werte angegriffen wurden, als selbstgefällig oder arrogant empfunden werden. Aber vielleicht geht es mir und einigen anderen gar nicht darum, Feindbilder zu entwerfen, um persönliche Frustrationen abzuarbeiten, sondern um die Befreiung von Traditionen, die als freiheitsfeindlich erlebt werden. Jason grenzt sich hier von einem in der freikirchlichen Landschaft durchaus üblichen Umgang mit der Bibel ab, nicht nur von den krassen missbräuchlichen Auswüchsen. Für einige ist eine solche Abgrenzung von höchster existenzieller Bedeutung, vielleicht sogar etwas Überlebensnotwendiges. Emanzipation und die Begründung einer neuen Freiheit muss nichts Schlechtes sein, meine ich. Ich verstehe voll und ganz, wenn du seine Gedanken nicht teilen und seinen Weg nicht mitgehen kannst, aber in deiner Reaktion vermisse ich ein wenig das Verständnis für ein sehr aufrichtiges Anliegen.

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  3. Max
    6. April 2014 @ 23:55

    Vielleicht noch ein Nachsatz zur Selbstgefälligkeit.
    Es wirkt leicht selbstgefällig, wenn jemand für sich in Anspruch nimmt, eine neue Position zu vertreten.
    Aber wie viel Selbstgefälligkeit ist mir schon bei den Evangelikalen begegnet, die ihre Wahrheitspfründe zu verteidigen meinten und mit biblischen ‚Eindeutigkeiten‘ den status quo abzusichern versuchten? Sind nicht die Traditionalisten eher selbstgefällig, wenn sie der Veränderung jegliche Berechtigung absprechen und die bohrenden Fragen mit überkommenen Lehrsätzen abspeisen?
    Es kann ja auch Argumente für das Festhalten an (Denk)Traditionen geben, aber die sollten zumindest keinen Wahrheitsbonus genießen, sondern ohne Scheu in Frage gestellt und überprüft werden. Ich finde, das jedenfalls ist Gemeinde den Menschen, aber auch sich selbst schuldig.

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  4. Max
    8. April 2014 @ 00:45

    Ich möchte gerne noch einige Gedanken zu Ulis Frage: Was hat euch auf diesen Weg gebracht? anschließen in der Hoffnung, nicht zu viel zu sagen.
    Ich persönlich bewege mich ja auf der Kippstelle von Glaube und Nicht-Glaube. Auf Jason trifft das sicherlich nicht zu, er will den Glauben neu denken, damit er auf der Höhe der Zeit ist und das alleine beantwortet, denke ich, die Frage. Wie es sein Gedankengang nahe legt: Es geht um intellektuelle Probleme, die zu Ende gedacht werden müssen, um Widersprüche, die mit den gängigen Erklärungen nicht gelöst werden können, um die subjektive Unmöglichkeit, ein bestimmtes Gottesbild aufrechtzuerhalten.
    Das ist zumindest das eine. Ein anderer für viele Christen beängstigender Aspekt besteht darin, dass Wahrheit nicht nur dort und nicht einmal in jedem Fall dort zu finden ist, wo die Etikette des Christlichen befestigt ist, mit anderen Worten, dass es auch ein außerkirchliches Geistwirken gibt. Beängstigend ist das, weil die dualistische Lagerbildung nicht mehr Orientierung stiftet und die Grenzen der christlichen Identität brüchig werden. Diese Sichtweise hat aber den Vorteil, dass sie den Graben zwischen Kirche und Welt einebnet. Die einen waren stets auf der richtigen Seite der Geschichte, sie brauchten sich bloß zu Christus zu bekennen. Die anderen hingegen konnten tun, was sie wollten, wenn sie nicht sichtbar das Kreuz vor sich hertrugen, lebten sie in der Unwahrheit. Dieses Schema hat sich überlebt und eine Kirche, die mit ihrer Lehrgestalt stets die Differenz markierte und kultivierte, kann sich nun aufmachen, mit allen Menschen unabhängig von deren religiöser Gesinnung an einer besseren Welt zu arbeiten.
    Und dann gibt es zumindest für mich persönlich ein drittes Element, nämlich das dringliche Bedürfnis die eigene Zeitgenossenschaft nicht für das Festhalten an einer überholten Weltanschauung zu opfern, die Nische eines doch sehr exklusiven Wahrheitsverständnisses zu verlassen und in der geistigen und kulturellen Gegenwart ‚zu Hause‘ zu sein. Das bedeutet übrigens nicht einen Verzicht auf jegliche Gesellschaftskritik oder auf Spielräume Gegenkulturelles zu initiieren. Aber eine über alle moderne Befindlichkeiten erhabene Normativität der Schrift kann nicht die Lösung sein. Gemeinde muss sich tief in die Welt hineinbegeben, mit ihr im Dialog sein, Anklänge an sie finden und Dissonanzen mit ihr bilden.
    Ich weiß gar nicht, ob du in all dem so ganz anderer Meinung bist. Jasons Theologie entfaltet für mich ohnehin nur das, was bei Mosaik im Keim bereits angelegt war. Sie lässt den Geist der Gemeinde in der Lehre konkret werden. Ich sage das mal so forsch und vielleicht auch einen Tick zu pauschal, da ich nur ein halbes Jahr dabei war, also wohl mit geringer Autorität, aber dafür auch mit etwas mehr Abstand.

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  5. olli
    9. April 2014 @ 22:36

    hallo liebe Freunde, mich würde es sehr interessieren auf welche Bibelstellen sich die Beispiele beziehen. Kannst jemand mir die Frage beantworten? …

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  6. Jason
    13. April 2014 @ 08:33

    @Olli: Ich habe oben ein paar ältere Posts verlinkt, da findest du bereits einige. Ansonsten empfehle ich die Lektüre von Gen 21, Lev 18, Deut 21, Jes 13, 1.Kor 7+11, 1.Petr 2+3

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  7. Jason
    13. April 2014 @ 08:35

    @Uli: Das ist kein Gespräch für einen Blog. Meine Tür steht offen, wir können jederzeit über alles reden, aber wenn es um Charakterfehler wie Selbstgefälligkeit geht, dann im persönlichen Gespräch.

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